Dienstag, 14. Juli 2009
My generation sucks
Beim SPIEGEL hat man mal wieder eine neue Generation ausgemacht oder herbeiphantasiert, oder sich gewünscht, oder wie auch immer. Dann hat man ihr einen Namen gegeben, der sich alliterativ aus den drei beliebtesten Worten dieser Zeit zusammensetzt: Krise (klar), Kinder (Uschi) und Wir (Papst/Weltmeister). Damit kann man schon mal einen Sommerloch-Titel füllen, aber die Freude über die Neuentdeckung nimmt kein Ende: Die "Generation die so und so und so ist, aber vor allem keine Generation sein will" wird jetzt schon seit Wochen Stück für Stück weiterverwurstet. Nach dem Titel gibt's jetzt ein Special, und nach dem Studentenpisa Umfragen über Bekenntnisse über Interviews über Psychotests über haste nicht gesehen. Da können ganze Regimenter KrisenkinderspiegelredaktionspraktikantInnen ihre Lebensläufe aufpimpen, und natürlich gibts auch schon erste Trittbrettfahrer, die sich freuen, dass sie zu einem spannenden Wir gehören. Und es ist mit dieser Generationensache wie mit Horoskopen: es ist für jeden was dabei, jeder darf mitmachen, jeder darf (muss?) dazugehören. Hmm. Jeder? Oder doch nur die KrisenkinderspiegelredaktionspraktikantInnen und ihre FreundInnen und KommilitonnInnen? Es soll ja auch in dieser Generation Menschen geben, die nicht studiert haben, Menschen gar ohne Abitur! Die gar nicht gut ausgebildet sind und kein einziges Auslandspraktikum oder -Semester gemacht haben, weil die Großküche, in die sie die Zeitarbeitsfirma gesteckt hat, und in der sie jetzt die Spülmaschine einräumen, sowas nicht anbietet. Aber die lesen ja auch nicht den SPIEGEL und schreiben keine Leserbriefe über ihr Leben. Also gibt's die ja eigentlich auch gar nicht. Die Nummer mit den Krisenkindern läuft jedenfalls so gut, die lassen wir uns nicht vermiesen. Bald gibts bestimmt auch T-Shirts und Schlüsselanhänger.
Montag, 16. März 2009
Player Piano
So hieß der erste Roman von Kurt Vonnegut, der 1952 erschien. Er spielt in einer dystopischen Zukunft, in der alle Arbeit von Maschinen getan wird und die Menschen beschäftigungslos bleiben. Das automatische Klavier ist hier ein Symbol für die mechanisierte Welt, in der die Menschen überflüssig geworden sind. Ob die Tätigkeit des Klavierspielens mit einer monotonen, fremdbestimmten und möglicherweise auch noch krankmachenden Arbeit verglichen werden kann, wie sie Menschen etwa in Fabriken oder Minen verrichten, ist fragwürdig, muss aber ein andermal diskutiert werden.
Bleiben wir aber beim automatischen Klavier. Es ist aus verschiedenen Gründen eine faszinierende Erfindung, Dystopie hin oder her: erstens sieht es so aus, als würde es von einer unsichtbaren Person gespielt werden:
Und tatsächlich ist das Abspielen der Notenrolle das Negativ des Einspielprozesses, außer dass er immer wiederholbar ist. Die unsichtbare Person ist, wenn man so will, der Geist des ursprünglichen Spielers, der sich durch das Negativ der Notenrolle re-manifestiert; das wäre zweitens. Hier wird erklärt, wie das Ein- und Abspielen bei so einem Klavier funktioniert. Es gibt inzwischen fast hundert Jahre alte Aufnahmen, in denen z.B. Scott Joplin seine eigenen Stücke eingespielt hat; wenn man sie einlegt, hört und sieht man Joplin spielen (hier, hier und hier leider nur zum anhören), aber der Träger der Musik ist nur ein Stück Lochpappe. Diese Notenrollen-Methode ist (drittens) also gleichzeitig digital und analog!
Diese Gleichzeitigkeit war es vermutlich auch, die diesen Bastler dazu animierte, auf seiner Spielkonsole diese gleichzeitig haarsträubende und umwerfende digital-digitale Joplin-Interpretation zuerstellen (ich glaube, bei 1.30 höre ich tatsächlich ein Schwein grunzen):
Bleiben wir aber beim automatischen Klavier. Es ist aus verschiedenen Gründen eine faszinierende Erfindung, Dystopie hin oder her: erstens sieht es so aus, als würde es von einer unsichtbaren Person gespielt werden:
Und tatsächlich ist das Abspielen der Notenrolle das Negativ des Einspielprozesses, außer dass er immer wiederholbar ist. Die unsichtbare Person ist, wenn man so will, der Geist des ursprünglichen Spielers, der sich durch das Negativ der Notenrolle re-manifestiert; das wäre zweitens. Hier wird erklärt, wie das Ein- und Abspielen bei so einem Klavier funktioniert. Es gibt inzwischen fast hundert Jahre alte Aufnahmen, in denen z.B. Scott Joplin seine eigenen Stücke eingespielt hat; wenn man sie einlegt, hört und sieht man Joplin spielen (hier, hier und hier leider nur zum anhören), aber der Träger der Musik ist nur ein Stück Lochpappe. Diese Notenrollen-Methode ist (drittens) also gleichzeitig digital und analog!
Diese Gleichzeitigkeit war es vermutlich auch, die diesen Bastler dazu animierte, auf seiner Spielkonsole diese gleichzeitig haarsträubende und umwerfende digital-digitale Joplin-Interpretation zuerstellen (ich glaube, bei 1.30 höre ich tatsächlich ein Schwein grunzen):
Oh mein Gott! Ich habe Kanzi getötet!
Heute aß ich einen Apfel. Soll ja gesund sein. Nur zum Spaß wollte ich wissen, wie weit denn dieses Früchtchen (Öbstchen?) zu mir reisen musste; jedoch enthielt der Plastikaufkleber anstatt einer Herkunftsangabe nur eine Webadresse. Heutzutage kommt ja kein Kernobst mehr ohne gescheite Webpräsenz aus. Diese Homepage ist einen Besuch allerdings wert. Denn dieser Apfel heißt nicht nur wie eine Angela Merkel-Actionfigur, er bietet auch sonst allerlei spektakuläre Lifestyle-Features:
"Kanzi ist ein erfolgreicher Apfel mit überraschend vollem Aroma. Den Kanzi umgibt etwas Mysteriöses. Wo der Kanzi genau seine Wurzeln hat, das wird uns ein Geheimnis bleiben. Wenn Sie sich oder Ihre Lieben einmal so richtig verwöhnen möchten, entscheiden Sie sich für den Kanzi. Wollen Sie diese Versuchung der Natur einmal selbst probieren oder verschenken? Fragen Sie Ihren Obsthändler nach dem Kanzi."
Was habe ich nur getan? Habe ich dem kometenhaften Aufstieg dieses erfolgreichen Apfels durch schnöden Verzehr ein jähes Ende bereitet? Die Königin, äh, Kanzlerin der Äpfel gemeuchelt? Dem geheimnisvollen rotbackigen Verführer den Garaus gemacht? Das Paradies zertrampelt?
Ich glaube, ich werde nie wieder Obst essen können. Oder nur noch Bananen.
Überigens hat dieser Apfel ganz genau so unspektakulär geschmeckt wie jeder andere Apfel aus dem Supermarkt.
"Kanzi ist ein erfolgreicher Apfel mit überraschend vollem Aroma. Den Kanzi umgibt etwas Mysteriöses. Wo der Kanzi genau seine Wurzeln hat, das wird uns ein Geheimnis bleiben. Wenn Sie sich oder Ihre Lieben einmal so richtig verwöhnen möchten, entscheiden Sie sich für den Kanzi. Wollen Sie diese Versuchung der Natur einmal selbst probieren oder verschenken? Fragen Sie Ihren Obsthändler nach dem Kanzi."
Was habe ich nur getan? Habe ich dem kometenhaften Aufstieg dieses erfolgreichen Apfels durch schnöden Verzehr ein jähes Ende bereitet? Die Königin, äh, Kanzlerin der Äpfel gemeuchelt? Dem geheimnisvollen rotbackigen Verführer den Garaus gemacht? Das Paradies zertrampelt?
Ich glaube, ich werde nie wieder Obst essen können. Oder nur noch Bananen.
Überigens hat dieser Apfel ganz genau so unspektakulär geschmeckt wie jeder andere Apfel aus dem Supermarkt.
Montag, 5. Januar 2009
WTF
Habe ich mal gesagt, das Gute an elektronischer Musik ist, dass der Einstieg so niedrigschwellig ist, dass jeder das machen kann, auch wenn er oder sie nicht acht Jahre Geigenunterricht genommen hat?
Ich nehme es zurück.
"Der Anteil der beiden VCOs am Sound wird mit dem VCO-Balanceregler bestimmt, als Filtertypen stehen Tiefpass, Bandpass und Hochpass bereit, die Filter haben natürlich Cutoff Frequency und Resonanz. Dazu gibt es noch eine ADSR-Hüllkurve, die den VCA steuern kann, aber nicht muss, denn der lässt sich auch gaten. Patchen kann man natürlich auch, nicht ganz so exzessiv zwar wie bei Korgs Legacy Collection (...), allerdings sehr effizient: Für jeden Synth gibt es einen LFO, der wahlweise zur Geschwindigkeit synchronisiert oder frei laufen kann, und Sinus, Dreieck, Rechteck oder Sample & Hold rausgibt. Steuern kann man damit dann Master Pitch, VCO1 und VCO2 Pitch separat, Cutoff und VCA, wobei die Modulationsintensität über jeweils eigene Drehregler bestimmt wird."
(aus der Besprechung dieses Dingsdas)
1. Ist das jetzt gut oder schlecht?
2. Soll ich mir das kaufen?
3. Kann ich dann damit Musik machen oder soll ich lieber wieder anfangen, Geige zu spielen?
Ich nehme es zurück.
"Der Anteil der beiden VCOs am Sound wird mit dem VCO-Balanceregler bestimmt, als Filtertypen stehen Tiefpass, Bandpass und Hochpass bereit, die Filter haben natürlich Cutoff Frequency und Resonanz. Dazu gibt es noch eine ADSR-Hüllkurve, die den VCA steuern kann, aber nicht muss, denn der lässt sich auch gaten. Patchen kann man natürlich auch, nicht ganz so exzessiv zwar wie bei Korgs Legacy Collection (...), allerdings sehr effizient: Für jeden Synth gibt es einen LFO, der wahlweise zur Geschwindigkeit synchronisiert oder frei laufen kann, und Sinus, Dreieck, Rechteck oder Sample & Hold rausgibt. Steuern kann man damit dann Master Pitch, VCO1 und VCO2 Pitch separat, Cutoff und VCA, wobei die Modulationsintensität über jeweils eigene Drehregler bestimmt wird."
(aus der Besprechung dieses Dingsdas)
1. Ist das jetzt gut oder schlecht?
2. Soll ich mir das kaufen?
3. Kann ich dann damit Musik machen oder soll ich lieber wieder anfangen, Geige zu spielen?
Montag, 29. Dezember 2008
Das generische Maskulinum
Dienstag, 25. November 2008
Zeichenwald Electronic Beats Festival
Die Schlange an der Gästeliste ist so lang, dass man 45 Minuten warten muss, um reinzukommen. Es sieht tatsächlich so aus, als würde die Mehrheit der Besucher über diesen Eingang kommen. Die zwei Jungs vor uns in der Schlange kriegen VIP-Schilder und Getränkegutscheine, wir nicht, wir kriegen pinke Armbändchen. Beim ersten Rundgang wird klar, warum VIP sein von Vorteil ist: Nur in der offensiv platzierten VIP-Area kann man sitzen, wenn man einmal von den paar längst belegten Erholungsskulpturen im Untergeschoss absieht. Mindestens die Hälfte der Besucher arbeitet offenbar bei MTV, der Rest wahrscheinlich irgendwo in der restlichen Medienbranche. Ich erwäge, noch mal neu anzufangen und ein Handwerk zu lernen. An der Garderobe wird zur Gewissheit, was ich schon den ganzen Sommer über geahnt hatte: es ist die American Apparel-Tasche und nicht der Tunbeutel. Gleichzeitig ärgere ich mich, weil ich weiß, wie die dumme Tasche heißt, die aussieht, als wäre darin mal ein Igluzelt verpackt gewesen.
Die Dekoration ist auffallend pink, an jeder Ecke wird Essen angeboten; Hot Dogs, belegte Baguettes. Klar, es ist zehn Uhr abends, die Leute kommen gerade von der Arbeit. Es gibt noch andere Stände, z.B. mit T-Shirts, und ich werde den Verdacht nicht los, dass ich heute Abend hier auch einen Telefonvertrag abschließen könnte. Jedes Mal, wenn sich jemand eine Zigarette anzündet, ist sofort ein dicker Security-Mann zur Stelle, der auf das Rauchverbot hinweist. Aufgrund des hohen Bewegungsaufkommens (die Leute suchen dringend was zum hinsetzen!) wird einer der beiden Treppenaufgänge kurzerhand zum VIP-Treppenaufgang erklärt. Zwei Spackos legen Platten auf, sie werden von vier Kameras gleichzeitig gefilmt. Auch wir haben mit Betreten der Veranstaltung alle unsere Rechte aufgegeben, steht auf angeklebten DIN A4 Zetteln. Ein Mann mit einem Klemmbrett will wisssen, ob mich morgen jemand anrufen kann und fragen wie mir die Veranstalung gefallen hat. Morgen werden Köpfe rollen. Ich lehne ab.
Oben fangen die Bands an zu spielen, unten posieren zwei Mädchen für eine Fotografin. Als die Mädchen anfangen sich gegenseitig auszuziehen, bleiben alle möglichen Leute stehen und fotografieren das mit ihren Telefonen. Ich geh mir Peaches angucken. Sie trägt ein pinkes Kostüm und sieht um den Kopf herum aus wie ein Pudel. Nach jedem Lied zieht sie ein Kleidungsstück aus, am Ende kann man sehen, dass sie ein Blinklicht an ihrer Unterhose befestigt hat. Das ist ja mal wirklich provokant, denke ich, und frage mich, warum mir trotzdem so langweilig ist.
Ich schaue mich um und denke, so sieht es also aus, wenn Eventmanager Subkultur inszenieren und nebenbei eine Werbebotschaft unterbringen müssen. Die willkürliche und rein effekthascherische Zusammenfügung von aufdringlich bedeutungsgeladenen Zeichen ist armselig und frustrierend, und vor allem: sie ergibt überhaupt keinen Sinn, aber die Leute scheinen sich zu amüsieren, und plötzlich verstehe ich, was postmodern ist, und warum Umberto Eco sich weigert, sich damit zu beschäftigen. Ich will mich auch nicht damit beschäftigen und tanze ein bisschen, und freue mich darüber, dass die Frau neben mir so lustig und außerordentlich postmodern tanzt.
Die Dekoration ist auffallend pink, an jeder Ecke wird Essen angeboten; Hot Dogs, belegte Baguettes. Klar, es ist zehn Uhr abends, die Leute kommen gerade von der Arbeit. Es gibt noch andere Stände, z.B. mit T-Shirts, und ich werde den Verdacht nicht los, dass ich heute Abend hier auch einen Telefonvertrag abschließen könnte. Jedes Mal, wenn sich jemand eine Zigarette anzündet, ist sofort ein dicker Security-Mann zur Stelle, der auf das Rauchverbot hinweist. Aufgrund des hohen Bewegungsaufkommens (die Leute suchen dringend was zum hinsetzen!) wird einer der beiden Treppenaufgänge kurzerhand zum VIP-Treppenaufgang erklärt. Zwei Spackos legen Platten auf, sie werden von vier Kameras gleichzeitig gefilmt. Auch wir haben mit Betreten der Veranstaltung alle unsere Rechte aufgegeben, steht auf angeklebten DIN A4 Zetteln. Ein Mann mit einem Klemmbrett will wisssen, ob mich morgen jemand anrufen kann und fragen wie mir die Veranstalung gefallen hat. Morgen werden Köpfe rollen. Ich lehne ab.
Oben fangen die Bands an zu spielen, unten posieren zwei Mädchen für eine Fotografin. Als die Mädchen anfangen sich gegenseitig auszuziehen, bleiben alle möglichen Leute stehen und fotografieren das mit ihren Telefonen. Ich geh mir Peaches angucken. Sie trägt ein pinkes Kostüm und sieht um den Kopf herum aus wie ein Pudel. Nach jedem Lied zieht sie ein Kleidungsstück aus, am Ende kann man sehen, dass sie ein Blinklicht an ihrer Unterhose befestigt hat. Das ist ja mal wirklich provokant, denke ich, und frage mich, warum mir trotzdem so langweilig ist.
Ich schaue mich um und denke, so sieht es also aus, wenn Eventmanager Subkultur inszenieren und nebenbei eine Werbebotschaft unterbringen müssen. Die willkürliche und rein effekthascherische Zusammenfügung von aufdringlich bedeutungsgeladenen Zeichen ist armselig und frustrierend, und vor allem: sie ergibt überhaupt keinen Sinn, aber die Leute scheinen sich zu amüsieren, und plötzlich verstehe ich, was postmodern ist, und warum Umberto Eco sich weigert, sich damit zu beschäftigen. Ich will mich auch nicht damit beschäftigen und tanze ein bisschen, und freue mich darüber, dass die Frau neben mir so lustig und außerordentlich postmodern tanzt.
Donnerstag, 9. Oktober 2008
Angst vor der Zukunft
Bekanntermaßen bin ich ja eine große Freundin von Automaten im Alltag. Aber der Apparat, auf den ich neulich auf der Toilette eines irischen Fastfood-Restaurants stieß, hat mich ins Grübeln gebracht. Er sah ungefähr so aus:
Es handelt sich um ein Loch in der Wand, in das man seine Hände stecken soll, und dann werden sie gewaschen. Zunächst einmal gibt es, glaube ich, eine natürliche und berechtigte Scheu davor, seine Hände einfach in irgendwelche dunklen Löcher zu stecken. Nachdem ich diese überwunden hatte und ein Sensor meine schüchternen Händchen erfasst hatte, bekam ich eine Portion Flüssigseife auf meine Handgelenke geklatscht. Gleich darauf tröpfelte kaltes Wasser in der hinteren rechten Ecke dieser Höhle auf meine Fingerspitzen. Noch unschlüssig, wie ich mit der Seife auf meinen ansonsten immer noch trockenen Handgelenken verfahren sollte, probierte ich ein paar Waschbewegungen, als das Wasser schon wieder aufhörte zu tröpfeln und aus der linken hinteren Ecke heiße Luft geblasen wurde. Da stand ich nun mit feuchten Händen und klebrig eingeseiften Handgelenken, und verfluchte die Automatenwelt, während das dumme Gebläse nicht aufhören wollte, heiße Luft zu produzieren und für einen zweiten Durchgang noch lange nicht bereit war.
Wenn ich mir überlege, wie Automaten unsere Leben schöner machen können, dann fällt mir trotz langem Nachdenken nicht ein, warum ich eine Maschine brauche, die mir bevormundend und noch dazu schlecht die Hände wäscht. Was soll das überhaupt? Jeder hat seine eigene Reihenfolge beim Händewaschen und sein Ritual (schon mal jemandem beim Händewaschen zugeschaut, der Medizin studiert hat?). Unterschiedliche Leute haben unterschiedlich schmutzige Hände, wie will diese dumme Maschine dem Rechnung tragen? Und ich mache mir Sorgen: Müssen wir uns auf eine Zukunft der schlecht gewaschenen seifigen Hände einstellen? Ich dachrte die Zukunft ist clean? Das wäre ja dann wohl das Gegenteil. Und vor allem: Was kommt als nächstes? Die automatische Toilette, die nach dreißig Sekunden einfach spült und die Tür aufmacht? Jemand erzählte mir einmal von einem Pflegeheim, in dem selbstreinigende Toiletten eingeführt wurden, bei denen sich der Sitz beim Reinigen dreht. Irgendwie hatte die Toilette nicht verstanden, dass noch eine Omi auf der Brille saß, als sie anfing, den Sitz zu drehen. Die arme Omi wusste nicht wie ihr geschah, als sie mit dem Toilettensitz zusammen rotierte... So sehr ich all die Maschinchen liebe und bewundere, die auf wunderbare Weise meine Wäsche und mein Geschirr und mein Auto waschen: mich selbst kann ich noch am besten sebst waschen.
Und wie immer gibt es gleichzeitig den entgegengesetzten Trend: Am Flughafen in Dublin sah ich nur wenige Tage später eine voll besetzte Schuhputzstation, in der drei Frauen in der altbekannten Pose, die wie keine andere die Demütigung des Dienenden zum Ausdruck bringt, zeitunglesenden Anzugträgern die Schuhe polierten. Dabei gibt es dafür doch nun wirklich Maschinen, und jede Rolltreppe macht das gerne im vorbeifahren.
Wenn ich mir überlege, wie Automaten unsere Leben schöner machen können, dann fällt mir trotz langem Nachdenken nicht ein, warum ich eine Maschine brauche, die mir bevormundend und noch dazu schlecht die Hände wäscht. Was soll das überhaupt? Jeder hat seine eigene Reihenfolge beim Händewaschen und sein Ritual (schon mal jemandem beim Händewaschen zugeschaut, der Medizin studiert hat?). Unterschiedliche Leute haben unterschiedlich schmutzige Hände, wie will diese dumme Maschine dem Rechnung tragen? Und ich mache mir Sorgen: Müssen wir uns auf eine Zukunft der schlecht gewaschenen seifigen Hände einstellen? Ich dachrte die Zukunft ist clean? Das wäre ja dann wohl das Gegenteil. Und vor allem: Was kommt als nächstes? Die automatische Toilette, die nach dreißig Sekunden einfach spült und die Tür aufmacht? Jemand erzählte mir einmal von einem Pflegeheim, in dem selbstreinigende Toiletten eingeführt wurden, bei denen sich der Sitz beim Reinigen dreht. Irgendwie hatte die Toilette nicht verstanden, dass noch eine Omi auf der Brille saß, als sie anfing, den Sitz zu drehen. Die arme Omi wusste nicht wie ihr geschah, als sie mit dem Toilettensitz zusammen rotierte... So sehr ich all die Maschinchen liebe und bewundere, die auf wunderbare Weise meine Wäsche und mein Geschirr und mein Auto waschen: mich selbst kann ich noch am besten sebst waschen.
Und wie immer gibt es gleichzeitig den entgegengesetzten Trend: Am Flughafen in Dublin sah ich nur wenige Tage später eine voll besetzte Schuhputzstation, in der drei Frauen in der altbekannten Pose, die wie keine andere die Demütigung des Dienenden zum Ausdruck bringt, zeitunglesenden Anzugträgern die Schuhe polierten. Dabei gibt es dafür doch nun wirklich Maschinen, und jede Rolltreppe macht das gerne im vorbeifahren.
Abonnieren
Posts (Atom)
